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Oral Prophyl. 2004 Mar;26(3):112-7.
Molar-Schneidezahn Hypomineralisation (MIH): Eine deutsche Studie
Behrendt A, Ansari F, Reckel U, Schleenbecker F, Wetzel WE.

Zusammenfassung:
Ziel der Studie war es, die Häufigkeit, das Ausmaß und mögliche Ursachen von bisher nicht einzuordnenden Fehlstrukturierungen an bleibenden ersten Molaren und Schneidezähnen bei 130 betroffenen Kindern (Patienten) zwischen sechs und 14 Jahren zu ermitteln. Als Vergleichsgruppe dienten 130 Kinder (Probanden) ohne klinische Anzeichen für Schmelzbildungsstörungen. Mögliche Ursachen der Schmelzbildungsstörungen wurden anhand eines Elternfragebogens eruiert. Diejenigen Patienten, bei denen alle Sechsjahrmolaren klinisch beurteilbar waren, wiesen folgende Defekte auf: 73% zeigten vier, 9% drei, 9,9% zwei und 8,1% einen fehlstrukturierten ersten Molaren. Patienten, bei denen alle permanenten Schneidezähne klinisch beurteilbar waren, hatten in 45,7% im Oberkiefer und in 42,5% im Unterkiefer Schmelzbildungsstörungen. Während die Patienten mit MIH in den ersten Lebensjahren bevorzugt Kunststoffsaugerflaschen verwendeten, dominierte bei den Probanden der Gebrauch von Glassaugerflaschen. In Bezug auf die Erkrankungshäufigkeit und Medikamenteneinnahmen in den ersten drei Lebensjahren wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden. Die Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass die Suche nach den Ursachen der fehlstrukturierten Sechsjahrmolaren und bleibenden Schneidezähnen noch nicht beendet ist und neue Verdachtsmomente, wie der Einfluss freigesetzter Kunststoffbestandteile aus Babysaugerflaschen insbesondere bei verlängerter, nuckelnder Nahrungsaufnahme, gründlich überprüft werden müssen.

Molar-incisor hypomineralisation (MIH): a German study

Summary:
The aim of this study was to ascertain the frequency, severity and potential causes of enamel defects of unknown origin appearing in first permanent molars and incisors in 130 children aged between six and 14 years. A further 130 children without any clinical symptoms of enamel defects served as a control group. Possible causes of the disorders in enamel formation were examined on the basis of a parent questionnaire. Patients with a complete set of first permanent molars showed the following defects: 73% had four, 9% had three, 9.9% had two and 8.1% had one afflicted molars. Of those patients with a complete set of permanent incisors, 45.7% showed enamel defects in the maxilla and 42.5% in the mandible. The patient group was given mainly plastic bottles during the first years of life, whereas the control group mostly used glass bottles. There were no significant differences between the two groups in frequency of disease and administration of drugs during the first three years of life. The results of the study show that it is necessary to continue the search for the causes of ill-structured six-year molars and permanent incisors. In this respect, it is important to pursue a number of issues, such as the possible influence of plastic particles set free in nursing bottles during continuous sucking.

© Deutscher Ärzte-Verlag, Köln
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