SPECTATOR DENTISTRY
Die aktuelle Ausgabe vom 01.02.2012

Mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren erreicht SPECTATOR DENTISTRY alle niedergelassenen Zahnärzte in Deutschland. Der erste Zeitungstitel überhaupt im Deutschen Ärzte-Verlag hat das gesamte Veranstaltungsgeschehen in der Zahnheilkunde im Fokus, berichtet zeitnah über alle relevanten Events im Fach und liefert dem Zahnarzt in Form eines strukturierten, nach Subdisziplinen geordneten Terminkalenders und längerer Veranstaltungsankündigungen detaillierte Informationen, die ihn bei seiner Terminplanung unterstützen.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt sind Berichte von Zahnärzten speziell über Fortbildungsveranstaltungen. Die Leser können damit ihre Fortbildungsplanung auf Kollegen-Erfahrungen stützen.






Klare Machtverhältnisse

Der aktuelle Stand der Diskussion um die neue GOZ ist für die Zahnärzte unerquicklich. Um das oft gebrauchte Bild vom „Spatz in der Hand“ einmal zu strapazieren: Was man in der Hand hält, nämlich die Vermeidung der Öffnungsklausel, wirkt im Vergleich zu der Taube auf dem Dach – also einer zusätzlichen adäquaten Punktwerterhöhung – auf den ersten Blick eher bescheiden.
Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn man weiß, dass ein politisches Nein zur Öffnungsklausel eine sehr geringe Halbwertszeit haben kann: Nicht nur die AOK, die bereits offen eine solche Klausel fordert, auch viele weitere gesetzliche Kassen sehen in ihr eine hilfreiche Option im Wettbewerb der Versicherer untereinander. Und wer kann schon allen Ernstes in politisch windigen Zeiten von dieser Seite Stabilität erwarten?
Unabhängig davon, ob man mit dem Referentenentwurf aus Sicht der Zahnärzte leben kann oder nicht: Um auf politischem Weg eine wirklich tragfähige Lösung zu finden, ist nun neben einem selbstbewussten und konstruktiven Auftreten vor allem Geschlossenheit der zahnärztlichen Verbände gefragt. Neben den unvermeidlichen Radikalpositionen des Freien Verbands, der auf mögliche Nachwirkungen bei den politisch Verantwortlichen ja keine Rücksicht nehmen muss, braucht es jetzt ein eng abgestimmtes Vorgehen zwischen der KZBV mit ihren Landesverbänden und der BZÄK mit den Länderkammern. Denn eines darf sicher nicht geschehen: Dass die Vertreter der deutschen Zahnmedizin mit unterschiedlichen Zungen sprechen.
Das dürfte damit auch die erste Nagelprobe für die Verlässlichkeit und das Durchsetzungsvermögen des unter ungewöhnlichen Umständen wiedergewählten KZBV-Vorstands werden. Die offenkundig gewordenen Divergenzen innerhalb der KZBV-Spitze werden die Konsensfindung mit den KZVen deutlich erschweren – ganz zu schweigen vom Miteinander der KZBV mit den Kammern.
Eines aber ist klar: Die Machtverhältnisse unter den zahnmedizinischen Standesvertretungen haben sich nun klar justiert. Ab sofort gilt im politischen Berlin nur eine Stimme aus der Zahnmedizin: die des BZÄK-Präsidenten Dr. Peter Engel – falls das politische Berlin nicht ohnehin schon längst diese Meinung hatte.
Und das ist keine schlechte Nachricht für Deutschlands Zahnärzte.

Bernd Schunk,
Chefredakteur Spectator Dentistry


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