| EbM-Splitter Ausgabe 08/2002 |
| Sensitivität und Spezifität: Auswirkung der Wahl des Trennpunktes |
Im vorigen EbM-Splitter [4] wurde auf die Bedeutung von Vierfeldertafeln in Diagnosestudien eingegangen. Im verwendeten Beispiel wurde die Güte einer klinischen Untersuchung mit Spiegel und zahnärztlicher Sonde sowie mit
Faseroptiktransillumination zur Diagnostik der Approximalkaries
diskutiert. In beiden Diagnoseverfahren wurde für
jeden untersuchten Zahn jeweils eine binäre Entscheidung
(„Karies“ / „keine Karies“) getroffen. In vielen Anwendungen
ist diese Entscheidung allerdings nicht klar vorgegeben,
so dass eine Zusammenfassung wie in Tabelle 1 des vorigen
EbM-Splitters nicht direkt möglich ist. Soll beispielsweise
zu Diagnosezwecken ein Messwert wie die Höhe des Attachmentverlustes
bei parodontal geschädigten Zähnen [3] oder
die Anzahl nächtlicher Bruxismusepisoden [2] herangezogen
werden, so muss zunächst ein Trennpunkt (engl.:
cut-point) festgelegt werden. Dieser Sachverhalt ist für ein
fiktives Beispiel exemplarisch in Abbildung 1 dargestellt.
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