| EbM-Splitter Ausgabe 04/2002 |
Wie reagieren Sie, wenn Sie die folgenden Aussagen lesen?
• „Die routinemäßige Entfernung verlagerter, aber symptomloser Weisheitszähne ohne pathologische Befunde ist eine sehr umstrittene Maßnahme.“
• „Aus anatomischen Gründen ist eine Palpation des M. pterygoideus lateralis nicht möglich.“
• „Während des Schlafs auftretender Bruxismus scheint weniger okklusale als vielmehr zentralnervöse Ursachen zu haben.“
Diese drei Feststellungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie verbreitete Lehrmeinungen in Frage stellen. Es ist daher nachvollziehbar, wenn sich bei dem geneigten Leser zunächst eine Abwehrhaltung gegenüber dem Inhalt dieser
Äußerungen einstellt. Allerdings: Für jede der Aussagen liegen Belege hoher Evidenzstufe vor [7, 10, 11]. Regen sich bei Ihnen, ausgerüstet mit dieser zusätzlichen Information, nun vielleicht Zweifel an den tradierten und gängigen Vorstellungen, dass eine „prophylaktische“ Entfernung symptomloser
dritter Molaren beim Erwachsenen grundsätzlich indiziert, die Palpation des M. pterygoideus lateralis im Rahmen einer funktionsdiagnostischen Untersuchung möglich,
und für den nächtlichen Bruxismus vorwiegend okklusale Interferenzen verantwortlich sind?
Gesamtbeitrag downloaden
|